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Bei der Benutzung von Stativen sollten Sie darauf achten, dass der Untergrund stabil und schwingungsfrei ist. Problematisch ist die Verwendung u. a. auf Hochhäusern, Brücken, Schiffen (mit auf Meer oder Küste gerichteter Kamera), Parkett oder andere Bodenbelege, die Schwingungen übertragen können. Auf Brücken sollten Sie auf den Verkehr oder bei Fußgängerbrücken auf die Vibrationen und Schwingungen durch die Passanten achten. Dies gilt auch bei windigen Tagen auf Hochhäusern oder Türmen, diese können bei entsprechenden Windbedingungen schwingen und was bei Langzeitbelichtungen, auch wenn sie vom Stativ gemacht wurden, zu unscharfen Bilder führt. Wind kann ein Stativ und die darauf befestigte Kamera in Schwingung versetzen. Abhilfe hierfür: Windschatten suchen oder mit dem Körper die Ausrüstung vor dem Wind schützen. Zudem kann ein zusätzliches Gewicht am Stativ (z. B. Fototasche) stabilisierend wirken. Bei unebenem oder schiefem Untergrund sollten die Beine nicht auf die gleiche Länge ausgefahren werden. Versuchen Sie diese Unebenheiten über die Stativbeine auszugleichen.

Die Verwendung eines Stativs benötigt Zeit. Viele Fotografen fühlen sich durch das Stativ gebremst und immobil. Machen sie sich erst mit dem Motiv vertraut, bevor Sie das Stativ aufbauen. Betrachten Sie das Motiv aus verschiedenen Perspektiven. Sie können auch ohne Stativ einige Testaufnahmen im Vorfeld machen, ohne dass Sie das Stativ verwenden, um die Perspektive und die Bildwirkung zu testen (evtl. mit höherer ISO-Zahl).

Überprüfen Sie wie immer alle wesentlichen Kameraeinstellungen, insbesondere die ISO-Zahl. Gerade weil Stativaufnahmen etwas aufwendiger sind, ist es besonders ärgerlich, wenn eine vermeidbare Unachtsamkeit das Ergebnis beeinträchtigt. Es wäre doch schade, wenn sie mit großem Aufwand mit dem Stativ arbeiten, um eine möglichst hohe Bildqualität zu erreichen und gleichzeitig mit einer evtl. unnötig hohen ISO-Zahl die Bildqualität verschlechtern.

Wasserwaage [Abbildung: Manfrotto] Durch den Sucher oder über das Display ist es gelegentlich schwierig einen geraden Horizont über das Augenmaß zu erreichen. Eine Wasserwaage am Stativkopf oder zum Einschieben in den Blitzschuh erleichtert diese Arbeit ungemein.

Kaum ein Stativ ist so stabil (und keines ist dafür gebaut), dass dem Druck auf den Auslöser vibrationsfrei widerstanden wird. Kurz – der Druck auf den Auslöser führt zu Vibrationen und evtl. zu unscharfen verwackelten Aufnahmen. Diese Schwingungen lassen nach wenigen Sekunden nach, sodass bereits eine verzögerte Auslösung über den Zeitauslöser dieses Problem beheben kann. Das Problem bei bewegten Motiven ist hierbei jedoch, dass Sie eine zeitliche Verzögerung zwischen dem Druck auf den Auslöser und der Belichtung haben. Während die zeitliche Verzögerung bei der Landschafts- oder Architekturfotografie lediglich störend wirken mag, kann diese bei bewegten Motiven zu unerwünschten Bildergebnissen führen. Bei vielen Kameras sind verschiedene Verzögerungszeiten einstellbar, so müssen Sie nicht jedes Mal 10 Sekunden bis zur Auslösung warten. Komfortabler ist die Nutzung eines Fernauslösers, mit diesem können Sie erschütterungsfrei auslösen und haben auf Wunsch keine zeitliche Verzögerung. Fernauslöser gibt es je nach Kameramodell in verschiedenen Ausführungen (Funk-, Kabel-, Draht- oder Infrarotauslöser), einige Modelle können auch für verschiedene Kamerasysteme verwendet werden.

Eine weitere ungewollte (wenn auch nicht immer sichtbare) Erschütterung kann durch den Spiegelschlag der Kamera (nur bei SLR-Kameras!!!) verursacht werden. Hochwertige SLR-Kameras bieten die Möglichkeit eine Spiegelvorauslösung zu aktivieren. Dabei wird beim ersten Druck auf den Auslöser der Spiegel hochgeklappt. Mit dem zweiten Druck auf den Auslöser wird der Verschlussvorhang relativ erschütterungsfrei für die Belichtung geöffnet. Achtung - Hierfür ist ein Fernauslöser dringend notwendig. Einige Spiegelreflexmodelle bieten diesen Ablauf auch in Verbindung mit dem Zeitauslöser an, dann kann evtl. auf einen Fernauslöser verzichtet werden.

Zuletzt …
Manchmal kann ein Stativ helfen, gute Motive von schlechten zu unterscheiden. Denn manchmal zeigt uns erst der Drang das lästige Stativ auszupacken, dass dieses Motiv mächtiger als andere auf uns wirkt und aus der Gegenwart in die Zukunft drängt.

 

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