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Die Qualität eines Objektivs wird nicht nur durch seine Abbildungsleistung bestimmt. Ein weiteres Qualitätskriterium ist die Lichtstärke. Die Lichtstärke ist die größte Blendenöffnung, die bei dem jeweiligen Objektiv zur Verfügung steht.

 

Je größer die Öffnung ist, desto höher ist die Lichtstärke des Objektivs. Diese wird neben der Brennweitenangabe als Standardkenngröße angegeben, z. B. f / 2,8 oder 1/2,8. Häufig wird nur der Nenner, das bedeutet der Wert unterhalb des Bruchstrichs, angegeben, z. B. Blende 2,8. Je kleiner der Nenner, desto größer ist die Lichtstärke. Bei den meisten Zoom-Objektiven werden Sie zwei Werte für die maximale Blendenöffnung finden, z. B. 1:2,8–3,5. Der erste Wert bezeichnet dabei die maximale Öffnung für die kürzeste Brennweite des Objektivs, der zweite Wert beschreibt die Lichtstärke für seine längste Brennweite.

Wie errechnet sich die Lichtstärke?

Lichtstärke = Größte effektive Öffnung / Brennweite

Da wie in der Formel aufgeführt die Brennweite einen Einfluss auf die Lichtstärke des Objektivs hat, ergeben sich für einzelne Brennweitenbereiche typische Lichtstärken. Hierbei ist noch zu unterscheiden, ob es sich bei dem Objektiv um ein Zoom (variable Brennweite) oder um eine Festbrennweite handelt. Der Begriff „hohe Lichtstärke“ ist nicht definiert, daher sollten Sie die folgenden Tabellen nur als einen Anhaltspunkt für die Beurteilung der Lichtstärke eines Objektivs betrachten.

Beispiele für typische Festbrennweiten


Brennweite

Beispiele für hohe Lichtstärken

50 mm
50 mm Makro

1/1,2 oder 1/1,4
1/2,8

100 mm

1/2,0 oder 1/2,8

200 mm

1/2,8

Beispiele für typische Zoom-Objektive


Brennweitenbereich

Beispiele für hohe Lichtstärken

Standard-Zoom
(3- bis 4-fach)
Brennweitenbereich
ca. 28 mm bis ca. 135 mm

Durchgehende (feste) Lichtstärke 1/2,8
Variable Lichtstärke 1/2,8 – 1/3,5 (1:2,8–3,5)

70 mm bis 200 mm

Durchgehende (feste) Lichtstärke 1/2,8
Variable Lichtstärke 1/2,8 – 1/3,5 (1:2,8–3,5)

 

Vor- und Nachteile von hoher Lichtstärke

  • Vorteile von Objektiven mit einer hohen Lichtstärke
    • Kürzere Verschlusszeiten sind möglich. Diese können z. B. in folgenden Situationen relevant sein
      • Einfrieren von Bewegungen z. B. Sportbereich
      • Bei schlechten Lichtbedingungen
      • Bei langen Brennweiten, da hier die Verwacklungsgefahr erhöht ist und dadurch eine kürzere Verschlusszeit bei Freihandaufnahmen nötig ist
    • Immer dann wenn eine möglichst geringe Schärfentiefe gewünscht wird
      • Z. B. Porträtaufnahmen
    • Helleres Sucherbild bei Spiegelreflexkameras
    • Schnellerer, exakterer Autofokus bei schlechten Lichtbedingungen
  • Nachteile von Objektiven mit hohen Lichtstärken
    • Höhere Lichtstärken erfordern bei vergleichbaren Brennweiten größere Linsendurchmesser
      • Dies führt (bei vergleichbarer Brennweiten) zu
        • Höherem Gewicht
        • Größeren Objektiven
        • Höheren Kosten
    • Auch die Filter sind bei dem benötigtem größerem Durchmesser meist deutlich teurer

Sie sehen, dass eine hohe Lichtstärke nicht nur Vorteile mit sich bringt. Nicht für jeden Fotografen lohnt sich der erhöhte Anschaffungspreis und für so manchen Fotografen spielt neben dem Preis das erhöhte Gewicht eine Rolle bei der Kaufentscheidung. Hinzu kommt, dass für die meisten Motivsituationen eine geringere Lichtstärke ausreicht. Für einige Fotografen stellt die Lichtstärke (verbunden mit dem hohen Preis) jedoch auch ein Prestigeelement dar.

Beachten Sie …
… dass mit zunehmender Blendeöffnung die Schärfentiefe abnimmt. Dieser Effekt wird z. B. in der Porträtfotografie bewusst eingesetzt. Gerade Anfänger sollten sich jedoch die Problematik einer kleinen Schärfentiefe bewusst machen. Bei vielen Objektiven ist die Abbildungsleistung bei maximaler Blendenöffnung reduziert (geringere Auflösung, stärkere Vignettierung), daher empfiehlt sich, wenn möglich, das Objektiv um ein bis zwei Blendenstufen abzublenden.

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