header8.png
Menü

Die Digitalfotografie bietet uns ein sehr interessantes Werkzeug um die Belichtung abschätzen zu können, das Histogramm. Diese gibt dem Fotografen detaillierte Informationen zur Helligkeitsverteilung im Foto.

Das Histogramm besteht aus einer vertikalen (Y) und einer horizontalen (X) Achse. Für die Belichtung ist die Lage auf der X-Achse relevant. Diese gibt Auskunft über Unter- oder Überbelichtung.

richtig-belichtet_art

Bretagne - Richtig belichtetes Foto mit Histogramm

 

Das Histogramm von Fotos beschreibt links die schwarzen und dunklen Bildbereichen und informiert von links nach rechts über die helleren und weißen Bildanteile. Je weiter Teile des Histogramms rechts liegen, umso heller sind diese im Bild. Die Höhe informiert über die Häufigkeit der Pixel mit einem bestimmten Helligkeitswert. Je nach Lage des Histogramms ist es möglich, eine Über oder Unterbelichtung zu erkennen.

 



Viele aktuelle Kameras bieten sowohl die Darstellung des Histogramms auf Basis der Graustufen als auch Histogramme für die einzelnen Farbkanäle (Rot, Grün, Blau). Meist bietet die Graustufen-Darstellung einen guten Überblick. Dominieren jedoch kritische Bilddetails einer Farbe, dann kann die Nutzung des Histogramms für den jeweiligen Farbkanal interessant sein.

Das Histogramm steht bei Kameras mit einer Displayvorschau (alle Kompaktkameras und einigen neueren digitalen SLR-Kameras mit LifeView-Technik) häufig schon vor der Aufnahme zur Verfügung. Dabei wird das Display für die Motiv- und Histogrammdarstellung aufgeteilt oder das Histogramm wird über das Displaybild gelegt. Dies kann sich nachteilig bei der Bildgestaltung auswirken, hat aber den Vorteil, dass die Belichtung bereits im Vorfeld sehr exakt analysiert werden kann. Bei den anderen Kameras kann eine Kontrolle des Histogramms erst nach der Aufnahme in der Bildrückschau gemacht werden. Hierzu muss die Darstellung des Histogramms jedoch in den Wiedergabeoptionen aktiviert sein (schlagen Sie dies gegebenenfalls im Kamerahandbuch nach). Im Bedarfsfall könnte die Aufnahme nach der Auswertung des Histogramms mit entsprechender Belichtungskorrektur wiederholt werden. Ist die Aufnahme nicht zu wiederholen, so kann die Visualisierung der Helligkeitswerte durch das Histogramm für zukünftige Aufnahmen hilfreich sein. Auch für eine Korrektur des Bildes am Computer liefert das Histogramm wertvolle Informationen.

Das Histogramm kann jedoch in seltenen Ausnahmefällen irreführend sein. Die Kamera zeigt immer nur das von ihr ermittelte Histogramm. Dieses ist jedoch auf den Dynamikbereich der Kamera begrenzt. So kann es durchaus vorkommen, dass sich jenseits des dargestellten Bereichs noch ein Peak befindet. In solchen Fällen könnte das Histogramm eine optimale Belichtung suggerieren, da man sich bei der Beurteilung meist daran orientiert, dass das Histogramm die Grenzen rechts und links möglichst wenig berührt. Da jedoch Peaks außerhalb des Dynamikbereichs nicht dargestellt werden, kann das Histogramm darüber keine direkte Information geben. In diesen Fällen hilft eine zusätzliche Über- bzw. Unterbelichtungswarnung, bei der die über- bzw. unterbelichteten Bildbereiche aufblinken.

 

Wie sehe ich auf meinem Kameradisplay, ob ein Foto in Bezug auf die Belichtung gelungen ist?

Im Folgenden wird die Interpretation von Histogrammen anhand von Beispielfotos erläutert.

 

Beispiel 1 – Richtig belichtetes Foto
Achten Sie auf das Histogramm, dieses erstreckt sich über die gesamte Breite, stößt jedoch weder rechts noch links an. Auch ohne das Foto zu sehen, kann man bei einem solchen Histogramm in der Regel eine ausgewogene Belichtung erwarten.

richtig-belichtet_art
Bretagne - Richtig belichtetes Foto mit Histogramm

Aufnahmedaten:
Belichtungszeit: 1/16 Sek.
Blende: f/10
ISO-Wert: 100
Brennweite: 45mm

 

Beispiel 2 – Überbelichtetes Foto – Zwei Belichtungsstufen (+ 2 EV)
Achten Sie wieder auf das Histogramm, dieses stößt rechts an und wird geradezu abgeschnitten. Ein solches Histogramm weist auf eine Überbelichtung hin. Das Motiv zeigt einen Histogrammverlauf, der in rechts langsam abfallen würde. Die Tatsache, dass das Histogramm auf der rechten Seite sehr hoch ist, weist darauf hin, dass große Bildbereiche überbelichtet werden.

ueberbelichtet_art

Bretagne - Überbelichtetes Foto mit Histogramm

Aufnahmedaten:
Belichtungszeit: 1/4 Sek.
Blende: f/10
ISO-Wert: 100
Brennweite: 45mm

 

In der folgenden Darstellung sind die überbelichteten Bereiche rot eingefärbt. Für diese Bereiche wird lediglich die Information „weiß“ abgespeichert. Diese Bereiche können auch in einer späteren Korrektur am Computer nicht wieder hergestellt werden. Die Tatsache, dass das Histogramm auf der linken Seite sehr hoch ist, weist darauf hin, dass große Bildbereiche unterbelichtet werden.

ueberbelichtet2_art
Bretagne - Überbelichtetes Foto mit Überbelichtungswarnung

 

Beispiel 3 – Unterbelichtetes Foto – Zwei Belichtungsstufen (- 2 EV)
Achten Sie wieder auf das Histogramm, dieses stößt links an und wird geradezu abgeschnitten. Ein solches Histogramm weist auf eine Unterbelichtung hin. Das Motiv zeigt einen Histogrammverlauf, der in links langsam abfallen würde. Die Tatsache, dass das Histogramm auf der linken Seite sehr hoch ist, weist darauf hin, dass große Bildbereiche unterbelichtet werden.
unterbelichtet_art

Aufnahmedaten:
Belichtungszeit: 1/60 Sek.
Blende: f/10
ISO-Wert: 100
Brennweite: 45mm

 

In der folgenden Darstellung sind die unterbelichteten Bereiche blau eingefärbt. Für diese Bereiche wird lediglich die Information „schwarz“ abgespeichert. Diese Bereiche können auch in einer späteren Korrektur am Computer nicht wieder hergestellt werden.

unterbelichtet2_art
Bretagne - Unterbelichtetes Foto mit Unterbelichtungswarnung

 


Weitere Informationen zum Histogramm finden Sie hier:

Techn. Grundlagen

Menü

Login

Zum Seitenanfang